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Auszeichnung der Festung Europa für Merkel durch Sarkozy PDF E-Mail
Geschrieben von Euromayday Liège   
Sonntag, 27. Januar 2008
ImageDer Karlspreis wird seit 1950 jedes Jahr an Christi Himmelfahrt verliehen. Im letzten Jahr wurde das der NATO verpflichtete, militaristische Europa geehrt, indem der Preis an Javier Solana verliehen wurde. In diesem Jahr wird der Karlspreis zum zentralen Ereignis, um neoliberale Propaganda zu verbreiten und ein imperiales Europa-Konzept zu verherrlichen. Die Verleihung des Preises an Merkel durch Sarkozy wird begründet mit der Rolle, welch die beiden in der Aushandlung des „Lissabon-Vertrages“ gespielt haben. Durch diesen soll auf elitäre Weise das Zustimmungsdefizit gelöst werden, das deutlich wurde durch das französische „Non“ und das niederländische „Nee“ zum neoliberalen Europa, zum Europa der prekären Verhältnisse der Jugend und der Verfolgung der illegalisierten Migranten. Und – welche bittere Ironie des Kalenders – fällt Christi Himmelfahrt in diesem Jahr ausgerechnet auf den 1. Mai. nglaublich Seit mehr als einem Jahrhundert feiert man den auf der ganzen Welt Tag der Arbeit am 1. Mai, um sich der Ereignisse von Chicago* zu erinnern. Aber die Parteien und Gewerkschaften der Linken haben dieses Datum annektiert, um sich selbst zu feiern. In Europa verliert dieses Fest immer mehr an Sinn, je weiter der Neoliberalismus sich ausbreitet. Heute gönnen die multinationalen Konzerne ihren Mitarbeitern den 1. Mai, begleitet von Sponsoring oder Mildtätigkeit.

Für uns als prekäre ArbeiterInnen war es nötig geworden, sich den 1. Mai und den eigentlichen Sinn dieses Festes wieder anzueignen zum Leben zu erwecken. Der 1. Mai sollte ein der Tag der Aktionen, der Bildung und Mobilisierung werden, ein Tag des Ausdrucks und des Schöpferischen, der unsere neuen Wirklichkeiten des Lebens, der Arbeit und der Beschäftigung sichtbar macht.

Das Netzwerk Euromayday entstand 2004. Es versammelt Gruppen und Einzelpersonen, deren Ziel einerseits darin besteht, die Frage der Prekarität und der Durchsetzung neuen sozialer Rechte auf europäischer politischer Ebene einerseits zu erreichen und andererseits darin, einen gemeinsamen Tag von Aktionen, Festen und Paraden am 1. Mai in vielen europäischen Städten zu schaffen.

In diesem Jahr schließt sich die Initiative Euromayday Lüttich dem Bündnis verschiedener Gruppen aus dem Rheinland an, um zum einen gegen die Verleihung des Karlspreises an Angela Merkel durch Nicolas Sarkozy zu protestieren, zum anderen den Prix Euromayday zu verleihen

  • an jede und jeden, die überall in Europa Flüchtlinge verstecken und ihnen helfen und gegen Abschiebeanstalten kämpfen
  • an jede und jeden, die Häuser besetzen und soziale Zentren schaffen und am Leben halten,
  • an jede und jeden, die digitale Kultur, peer-to-peer- und freie Software entwickeln
  • an jede und jeden, die sich ein Bein ausreißen müssen, um es über das Monatsende zu schaffen und alle Rechnungen bezahlen zu können,
  • an jede und jeden, die sich aufopfern um ihre Kinder zu erziehen, ihnen Nahrung und Wohnung zu sichern, alleine und ohne ausreichende soziale Unterstützung,
  • an jede und jeden, die die grausamen Pläne der Menschenausbeuter durchkreuzen,
  • an jeden und jeden, die die Desinformation durchbrechen, die ihre eigenen Medien schaffen und die Information in die eigene Hand nehmen,
  • an jede und jeden, die sich weigern, Sexualität als reine Privatsache zu akzeptietren und gegen die Vereinnahmung durch heterosexuelle Normen kämpfen
  • an jede und jeden, die in den Euromayday-Paraden in Europa und anderswo marschieren werden....
* Im Jahr 1886 traten über 300.000 Menschen erneut in den Streik, weil ihre Arbeitgeber sich weigerten, die Arbeitszeit zu senken. Die Demonstration wurde gewaltsam beendet, es gab drei Tote unter den Streikenden des Unternehmens Mac Cormick in Chicago. Am Tag darauf wurde ein Protestmarsch gegen die Repression organisiert. Der Haymarket-Platz wurde Schauplatz eines zweiten Dramas: Sieben Polizisten wurden getötet, viele Demonstranten wurden verletzt. Obwohl es keinerlei Beweise für eine Schuld gab, wurden dafür fünf anarchistische Gewerkschafter zum Tode und drei zu lebenslanger Haft verurteilt.
Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 30. März 2008 )
 
 
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